Vereinschronik

Die Vereinsgründung

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Im Frühjahr 1929 wurde der Kleinkaliberschützenverein Lanzenhain gegründet. Hervorgegangen ist dieser Verein aus dem Kriegerverein, der nach dem 1. Weltkrieg im „Münchenhain“ einen Schießstand unterhielt und man mit 98er Gewehren hauptsächlich Preisschießen veranstaltete. Der Schützenverein Lanzenhain hatte bei seiner Gründung im Jahre 1929 folgenden Vorstand gewählt:

Die Wiedergründung

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Die Hoffnung auf eine Wiedergründung des Schützenvereins erfüllte sich dann aber im Jahre 1960, wo am 20. Januar 1960 die Wiedergründungsversammlung stattfand und folgender Vorstand gewählt wurde:

  • Adolf Jöckel, erster Vorsitzender
  • Richard Blöser, stellv. Vorsitzender
  • Hans Fischer, Schriftführer
  • Otto Kimpel III, Rechner

Die ersten Aufgaben des Vorstandes bestanden aus zahlreichen organisatorischen Maßnahmen; u.a. die Beantragung der Mitgliedschaft beim Hessischen Schützenverband, Aufnahme der Mitglieder, Aufnahme des Schießbetriebes und die Ausbildung der Schützen, insbesondere der Nachwuchsschützen. Ebenfalls musste eine neue Satzung für den Verein erstellt werden.

Zum Vereinslokal wurde die Gaststätte Otto Kimpel II gewählt und die Schützen begannen im Saal der Gaststätte Kimpel mit zwei Luftgewehrschießständen ihren Schießbetrieb. Bevor es jedoch soweit war, fuhren die Lanzenhainer Schützen zum Nachbarverein Eichelhain, um die ersten Schießübungen durchzuführen. Die Hauptinitiatoren waren damals Adolf Jöckel und Otto Stock.

Nachdem sich schon nach kurzer Zeit des Übens gute Schießleistungen einstellten, konnte man an größere Aufgaben herangehen. Die erste Vereinsmeisterschaft wurde im Frühjahr 1961 ausgeschossen und von Willi Sasse gewonnen. Das erste Preisschießen wurde am 7. und 14.  Januar 1962 veranstaltet. Auf den Schützenverein Lanzenhain kamen danach immer größere Aufgaben zu und die Erfolge blieben nicht aus. Bereits im Jahre 1963 wurden die Kreismeisterschaften in der Altersklasse (Mannschaft), Schützen-B-Klasse (Mannschaft) und in der Altersklasse (Einzelschützen) gewonnen und ein stetiges Aufwärtsstreben war nun in Gang gekommen.

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Die Gründungsmitglieder

  1. Hans Fischer
  2. Willi Ruppel
  3. Otto Beetz
  4. Ernst Boß
  5. Karl Geist
  6. Richard Blöser
  7. Otto Stock
  8. Heinrich Baum
  9. Gerhard Bönsel
  10. Heinrich Eurich
  11. Rolf Jöckel
  12. Otto Kimpel III
  13. Helmut Bönsel
  14. Hilmar Ruppel
  15. Adolf Jöckel
  16. Hilmar Döll
  17. Manfred Lipp
  18. Alfons Jestädt
  19. Ernst Döll
  20. Horst Jöckel
  21. Emil Bönsel
  22. Reinhard Jöckel
  23. Helmut Fölsing
  24. Gustav Jöckel
  25. Heinrich Kimpel
  26. Otto Eurich
  27. Rudolf Heinrich Jöckel
  28. Karl Lipp
  29. Heinrich Schmidt
  30. Walter Götz
  31. Helmut Rupp
  32. Erwin Greb
  33. Heinrich Haas
  34. Walter Lorey
  35. Walter Stier
  36. Hans Ruhl

Die Rundenwettkämpfe begannen

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Im Jahre 1964/65 wurde im Schützenkreis Lauterbach das Wettkampfschießen ins Leben gerufen. Der Schützenverein Lanzenhain nahm mit zwei Mannschaften an den Rundenwettkämpfen teil.

Seit der Wiedergründung bis zum Jahre 1966 wurde auch rege der Schießsport im Kleinkaliber ausgeübt. Da in Lanzenhain kein KK-Schießstand vorhanden war, wurde beim Nachbarverein Herbstein geschossen. Der Verein plante in dieser Zeit den Bau eines eigenen KK-Schießstandes. Das Vorhaben wurde aber auf Grund der hohen Kosten für einen Neubau eingestellt und auch das KK-Schießen kam zum Erliegen. Vielleicht erklärt dies den enormen Aufschwung im Luftgewehrschießen.

Die erste Mannschaft des Schützenvereins erreichte in der Rundenkampfsaison 1965/66 im Schützenkreis Lauterbach den ersten Platz und schaffte den Aufstieg in die Gauklasse. In dieser Klasse konnte sich die Mannschaft aber leider nur ein Jahr lang halten und der Abstieg in die Kreisklasse musste hingenommen werden, wovon man sich aber nicht entmutigen ließ.

Nach einem Jahr in dieser Klasse wurde jedoch prompt der Aufstieg in die Gauklasse wieder geschafft und mit dem Aufstieg in die Landesklasse Region Mitte im Jahre 1973 vorläufig gekrönt. Weitere sportliche Erfolge stellten sich im Jahr 1981 ein, als der Aufstieg in die neu formierte Landesklasse gelang.

In den 90er Jahren schoss man in der damaligen Region Ost.

Seit einigen Jahren geht die 1. Luftgewehrmannschaft wieder in der Gauklasse auf Punktejagd. Im Jahr 2000 wurden die Trainingsbemühungen mit der Meisterschaft gekrönt. Trotz eines zweitägigen Trainingslagers mit „mentaler“ und sportlicher Vorbereitung gelang der Aufstieg nicht. Im Jahr 2003 konnte man den Vize-Meistertitel erringen.

König-, Geflügel- und Pokalschießen

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Der Schützenverein Lanzenhain veranstaltet jährlich Preisschießen, Weihnachtsgeflügelschießen, Pokalschießen und das Königsschießen. Letzteres wird seit 1962 veranstaltet und erstmals von Karl Rübeling gewonnen. In den Anfangsjahren wurde die Königskette auf dem KK-Schießstand ausgeschossen, heute mit dem Luftgewehr. Inzwischen ermitteln auch die Damen, die Jugend und die Altersschützen ihre Königsfamilie. Im Jahr 2000 wurde erstmals der Schützenkaiser unter allen bisherigen Schützenkönigen und -königinnen ausgeschossen. Die erste Schützenkaiserin des Schützenverein Lanzenhain wurde Tanja Stier. Der Schützenkaiser wird zukünftig alle fünf Jahre ausgeschossen. Im Jahre 1971 richtete der Schützenverein Lanzenhain ein Schützenfest mit Fahnenweihe aus. Dieses Fest ist zahlreichen Besuchern auf Grund eines orkanartigen Gewitters, welches das Zeltdach zerfetzte und andere schwere Schäden verursachte, noch heute in frischer Erinnerung. 1979 wurde das 50- jährige Vereinsjubiläum mit einem großen Schützenfest gefeiert. Das 60-jährige Bestehen war mit der Ausrichtung des Kreisschützenfestes verbunden. In 1995 durfte der Schützenverein mit großem Erfolg das Gauschützenfest ausrichten.

Die Schießstände

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Ab dem Jahre 1976 konnte der Schützenverein seinen Schießbetrieb in das neu errichtete Dorfgemeinschaftshaus Lanzenhain verlegen, wo man auf der Bühne sechs Luftgewehrschießstände errichtete. Ab dem Herbst 1978 konnte sich der Verein im Saal des Vereinslokals zusätzlich sechs Schießstände für Luftgewehr aufbauen und man hatte insgesamt zwölf Stände zur Verfügung, die bei der großen Anzahl von Mannschaften des Schützenvereins voll in Anspruch genommen wurden.

Da sich das Schießen im Dorfgemeinschaftshaus teilweise schwierig gestaltete, kam dort im Laufe der Jahre der Schießbetrieb zum Erliegen.

Ab 1972 wurde im Schießprogramm auch das Luftpistolenschießen aufgenommen zahlreiche Erfolge stellten sich in den nachfolgenden Jahren ein.

Unsere erfolgreichen Damen

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Mitte der 70er Jahre traten die ersten Damen in den Schützenverein ein.

Auch zahlreiche Frauen kamen zum Schießsport und 1983 gelang es Regina Stock den ersten Kreismeistertitel bei den Damen nach Lanzenhain zu holen, denen noch viele folgten.

Eine erfolgreiche Aktive die immer wieder auf die Jagd nach Titeln ging war Annette Kimpel. Zahlreiche Kreis- Gau- und Landesmeistertitel holte sie nach Lanzenhain. Diese Leistungen waren ein Verdienst der guten Nachwuchsarbeit im Schützenverein. So war Klaus Wiezorek in 1985 der erste lizenzierte Übungsleiter im Schützenkreis 64 Lauterbach. Die erfolgreichsten Jahre im sportlichen Bereich waren von 1984 bis 1989. Hier wurden je vier Hessenmeistertitel mit Mannschaft (1x Schüler, 3x Jugend) und Einzel (Annette Kimpel) errungen; der Höhepunkt war der Deutsche Vizemeistertitel im Luftgewehrschießen der Jugendklasse weiblich mit 381 Ringen im Jahre 1986.

Heute zählen unsere Damenschützinnen zu den sportlichen Aushängeschildern unseres Vereins.

Das Kleinkaliber-Schießen wird wieder eingeführt

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1980 wurden erstmals  KK-Rundenwettkämpfe ausgetragen, an denen sich der Schützenverein Lanzenhain beteiligte und gleich den Sieger im Schützenkreis stellte. Auch der darauf folgende Aufstiegskampf zur Gauklasse wurde gewonnen.

Auch im KK-Schießen gehört der Schützenverein Lanzenhain zu den etablierten Vereinen in der Gauklasse und stieg im Jahr 2002 in die Oberliga Ost auf. Leider erwies sich diese Klasse für unsere KK-Schützen als zu stark und man musste in die Gauklasse absteigen.

Sonstige Aktivitäten

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1987 stand die Anschaffung von Uniformen an. 1992 folgte die Anschaffung einer Tracht für die Schützen-Damen.
Pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum werden diese durch eine neue Uniform ersetzt.
1989 gab sich der Schützenverein Lanzenhain eine neue Satzung und wurde als gemeinnützig anerkannt.
Um dem Schützennachwuchs einen kostenlosen Trainingsbetrieb zu ermöglichen wurden von 1987 bis 1990 Altpapiersammlungen durchgeführt.
Seit 1991 wird in der Vorweihnachtszeit ein Bürgerschiessen durchgeführt, das von der Bevölkerung gut angenommen wird und eine Werbung für den Schützenverein ist.
Seit 1993 wird am Vatertag eine Wanderung für die ganze Familie durch-geführt und viele Mitglieder und Freude des Vereins haben dadurch die Landschaft des Vogelsberges kennen gelernt.
Eine Attraktion sind die Fahrten zum Biathlon nach Antholz in Südtirol, die seit 1995 stattfinden. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Lanzenhain.
Im Jahre 1996 nahm der Schützenverein Lanzenhain  als einer von 15 Vereinen am Projekt des Deutschen Schützenbund „Kinder trainieren anders“ im Bereich Luftgewehr teil. Hier lag die Initiative bei Hans Heinrich v. Schönfels der dieses Projekt als wissenschaftlicher Leiter begleitete.
Eine über Jahre steigende Mitgliederzahl zeigt das rege Interesse am Schießsport. Es ist zu wünschen, dass es, wie in der Vergangenheit, mit vollem sportlichen Erfolg weitergeht.
Der Schützenverein Lanzenhain kann ohne falschen Stolz von sich behaupten, ein sehr erfolgreicher Verein zu sein. Im Laufe der Jahre wurde an zahllosen Pokalschießen, Kreismeisterschaften, Gaumeisterschaften und Landesmeisterschaften mit großem Erfolg teilgenommen. Die dabei errungenen Trophäen sind im Vereinslokal zu sehen.

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Biathlon

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Bereits in den 80er Jahren führte der Schützenverein Lanzenhain gemeinsam  mit dem Sport-Club Lanzenhain einen Biathlon durch. Die Loipe führte zum Vereinslokal Heinrich Kimpel. Dort mussten die Läufer die Skier abschnallen und die Treppe zum Schießstand hochlaufen. Die Straferunden führten durch die Zeu. Diese Veranstaltung schlief dann ein, da aufgrund von Schneemangel dieser Wettbewerb nicht mehr regelmäßig durchgeführt werden konnte.

Im Dezember 2001 saßen einige Vorstandsmitglieder des SCL und Schützenvereins in der Gaststätte Kimpel zusammen. Nach ein paar Bier kam man aufgrund der damaligen Wetterverhältnisse auf die Idee wieder einen Biathlon durchzuführen. Schnell waren alle organisatorischen Dinge geklärt. Der Schießstand sollte aber am Sportplatz aufgebaut werden, um einen Biathlon ganz nach dem Vorbild von Antholz durchzuführen. Mittlerweile wurde ein fester Stand mit Genehmigung der Waffenbehörde errichtet. Es ist zu wünschen, dass auch in Zukunft genug Schnee für diese Veranstaltungen fällt.

Unsere Zukunft

Auch in Zukunft wollen wir die erfolgreiche Jugendarbeit der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen, damit immer wieder neue Talente beim Schützenverein Lanzenhain heranwachsen.

Neben den sportlichen Erfolgen wird beim Schützenverein Lanzenhain auch in Zukunft die Kameradschaft und der „faire“ Umgang miteinander das wichtigste Ziel bleiben.